Argentinien Anders - Unterwegs



argentinien anders unterwegs

Wir das sind Susanne und Fritz machen eine reise durch den Norden Argentiniens (das ist die Provinz Jujuy) und Bolivien (Uyuni und Potosi)

heute morgen ging es los in Lozano - ein kleiner Ort in der nähe von San Salvador de Jujuy, die Hauptstadt der Provinz – mit Javier unserem guia und Fahrer. Heute früh war es noch richtig kalt und jetzt in Yavi in 3.500 Metern Höhe mussten wir Sonnencreme benutzen für unseren Spaziergang vor Sonnenuntergang.

Für die Tour über Tilcara nach Abra Pampa und Quiaqua nach Yavi braucht man einen Tag (es sind ca. 250 km und es gibt sogar eine wunderbar geteerte Straße, die ruta 9)
Tilcara gehört zur Quebrada Humahuaca, ein Tal, das Argentinien mit Bolivien verbindet, das war schon zu Zeiten der Inkas so und es war außerdem der Versorgungsweg für die Silberminen in Potosi; als Teil des Inkaweges gehört es zum Weltkulturerbe.
In der Quebrada Humahuaca kann man richtig in die Geschichte der Inkas und der Silberminen eintauchen, die touristisch erschlossenen Orte heißen Tilcara, Purmamarca und Humahuaca. Hier findet man Hotels in allen Preisklassen und in jedem Ort gibt es einen zentralen Markt mit Artesanias, Keramik, Teppiche und Schals und Ponchos aus Lamawolle. In Tilcara genehmigten wir uns ein almuerzo, ein kleines Mittagessen mit regionalen Zutaten. Es gibt zum Beispiel viele Sorten Kartoffeln, wir aßen ganz kleine pikante dazu Mais mit Knoblauch und pikant gewürzten gebratenen Ziegenkäse. Wir fanden alle speisen sehr schmackhaft, bis auf eine Sache: Tamales: das sind - ich möchte sagen Knödel aus Maiskolben mit Fleisch eingepackt in ein kunstvoll verschnürtes Maisblatt.
Die Verpackung fand ich persönlich sehr attraktiv, geschmacklich war es langweilig.


Von Tilcara aus ging es weiter über die Kreuzung der ruta 40, die insofern erwähnenswert ist, als die ruta 40 durch ganz Argentinien führt: von Ushaia am Ende der Welt, auf der Terra de Fuego, bis Abra Pampa ganz im Norden, das sind ca 5000km und es gibt viele Argentinier, die davon träumen, einmal im Leben die komplette ruta 40 zu fahren, wahrscheinlich ist es die berühmteste Route in argentinien.
Abra Pampa ist eine triste Angelegenheit, ein Ansammlung von Adobe-Häusern, Adobe sind ungebrannte Ziegel, die irgendwann einfach zerfallen, eine billige und schnelle Bauweise, die im Norden Argentiniens und in Bolivien häufig zu finden ist

8 km vor dieser Tristesse ist aber – wie oft in der überwältigenden Landschaft Argentiniens zu entdecken ganz besonders wenn man mit argentinien anders reist – ein kleines Wunder zu sehen: vor einem kolossalen Sandberg befindet sich eine Lagune, die von Flamingos besucht wird. Das ist mitten in dieser dürren Landschaft wirklich ein Wunder und wohl auch für birdwatcher ein beliebte Ziel. Außerdem haben wir von einem neuen „sport“ erfahren, die Jugendlichen aus Abra Pampa nutzen den Sandberg um mit einer Art Surfbrett den Berg runter zu fahren. Wir haben es leider nicht gesehen, aber es soll ein riesiger Spaß sein.

Ab und an sieht man Lamaherden, sie sind zum großen Teil domestiziert und dienen nicht nur als Wolllieferanten, das Fleisch ist ein wichtiger Bestandteil der Ernährung hier. Lamafleisch ist sehr mager, cholesterinarm und schmeckt ausgezeichnet, sofern das Lama nicht zu alt geschlachtet wurde, dann ist es nämlich eine zähe Angelegenheit.



Schließlich landeten wir in Yavi, ein kleiner Ort in der nähe von Quiaca, die nördlichste Stadt Argentiniens, hier werden wir auch die Nacht verbringen und morgen früh die grenze nach Bolivien überqueren. Yavi ist auch ein Ort mit vielen Adobe-Häusern, es liegt wie gesagt sehr hoch, darauf muss man sich einstellen: viel viel Wasser trinken und auch oft die Wasser lassen, das ist wichtig für den Säure-Basen-Haushalt des Blutes, da man durch das verstärkte Atmen Kohlendioxid ausatmet und die das Bicarbonat nur über Pinkeln den Körper verlassen kann.
man hat auf jeden Fall Probleme mit der Atmung und sollte sich nicht zu sportlichen Höchstleistungen antreiben. Wir haben hier mit Marisol eine kleine Wanderung (die einem in dieser Höhe vorkommt wie eine Bergbesteigung) gemacht, zu Höhlen, die vor Urzeiten mal bewohnt waren und wegen einiger kleiner Höhlenmalereien eine touristische Attraktion sind.
Von Marisol haben wir natürlich viel über die Situation hier erfahren. Die Kinder bekommen Trockenmilchpulver über staatliche Stellen, das heißt es gibt Mängelernährung und in politisch schwierigen Zeiten erreichen die Hilfsmaßnahmen die betroffenen noch nicht einmal
In der Regel sind die Familien kinderreich. Marisol spricht von 7 – 13 Kindern und die Aussichten über Schulbildung die Situation zu verbessern sind schwierig. In Yavi zum Beispiel gibt es eine Grundschule, die Kinder anschließend in die weiterführende Schule nach Quiaca zu schicken ist eine Frage des Geldes, denn obwohl die Stadt nur 16 km entfernt ist, gibt es keinen Schulbus.

Marisol ist jedoch sehr zuversichtlich, hat angefangen Englisch zu lernen und ist auf der Suche nach einer Lösung um ihrer Tochter den Besuch der Schule zu ermöglichen. Sie ist die immer präsente Führerin, die vor der kleinen Kirche auf Touristen wartet. Die Kirche ist die eigentliche Attraktion in Yavi, eine sehr reiche Familie, die viele der ertragreichen Silberminen besaß, hat die Kirche gebaut und den Altarraum ganz aus Silber gestaltet, das ist in dieser traurigen Architektur tatsächlich ein Lichtblick und verschafft dem kleinen Dorf eine Einnahmequelle.

2. Tag




Am nächsten Tag waren wir früh in Bolivien, schon um 9 Uhr, wegen der Zeitverschiebung (in Argentinien 10 Uhr), der Grenzübertritt ging reibungslos und flott. Bolivien – ein Andenstaat mit unglaublichen Bodenschätzen ist völlig anders als Argentinien. Die Bolivianerinnen tragen unglaublich bunte Kleidung, weite Röcke, oft den traditionellen Rundhut und haben sehr schöne glänzende Haare – bestimmt ohne die ganzen Mittel zu benutzen, die uns in der Werbung nahe gelegt werden. Auffallend sind die sehr jungen Mütter, die ihre Kleinkinder als Bündel auf dem Rücken tragen.

Im Grenzort Villazon treffen wir Gustavo mit seiner Camionetta, das ist ein geräumiges Auto mit Vierrad-Antrieb, hier in der Gegend - in Bolivien im Altiplano (Hochebene der Anden) das notwendige Verkehrsmittel und wir brechen auf in Richtung Uyuni, hier liegt der größte Salzsee der Welt. Zuerst fuhr Gustavo mit uns nach Tupiza und dort in ein kleines Tal, genannt Valle de los Machos, das wir ein Stück durchwanderten, es besteht aus Formationen aus rotem eisenhaltigen Stein, die zum Teil aussehen wie männliche Silhouetten (erinnert ein bisschen an Giacometti finde ich), die stille und die phantastische Landschaft kann man nicht wirklich beschreiben, diese Wunder der Natur kann man einfach nur bestaunen.
Das Tal selbst ist ein Teil des Canons del Inka, Teil des Pfades, den die Inkas vor Jahrhunderten benutzten um ihr riesiges Reich zu kontrollieren.



Dann ging es stundenlang weiter durch den alti plano bis wir bei Sonnenuntergang in Uyuni landeten und eine ganz einfache Unterkunft bezogen. Der Sonnenuntergang ist erwähnenswert, weil es unmittelbar danach richtig kalt wird. Die Temperaturschwankungen in den Anden sind eine Sache für sich. Tagsüber droht die Sonne einen zu verbrennen, ohne Sonnenschutz, Kappe und langarmige Kleidung ist es für uns Europäer nicht auszuhalten und nach Sonnenuntergang wird es saukalt.
Zum Thema Sonne erzählte Gustavo, das die Bolivianos seit einiger zeit mit Vorliebe amerikanische Baseballkappen tragen und auf ihre traditionellen Rundhüte verzichten. Diese „Mode“ führt nun immer häufiger zu Hautkrebs an den Ohren.


Gustavo selbst, der uns begleitet, uns an besondere Orte bringt und uns fährt, lebt seit 11 Jahren in Bolivien und fährt mit Touristen durch Bolivien und Chile. Als junger Mann fuhr er mit dem Fahrrad von Buenos Aires, wo er herkommt und seine Familie lebt, nach Bolivien, verliebte sich in eine Bolivianerin und blieb. Mittlerweile hat er drei Söhne und fährt einmal im Jahr mit seiner Familie nach Buenos Aires.




Er weiß natürlich viel über die Anden, die Inkas, den Altiplano und die bolivianische Politik, die mit Evo Morales tatsächlich einen positiven Schwung für die Bevölkerung bekommen hat.
Das heißt natürlich noch lange nicht, dass die Korruption über Nacht verschwindet, aber es gibt tatsächlich spürbare Verbesserungen. (z.B. Straßenbau) Die vorhandenen Bodenschätze, z.b. Lithium (50 % des Weltvorkommens befinden sich hier in Bolivien, am Rande des Gran Salar de Uyuni) machen das Land reich und geben Hoffnung für eine wirtschaftliche Entwicklung, die dem Land und seiner Bevölkerung und nicht nur einigen reichen Familien dient.

3.Tag
Heute ist der Tag des Gran Salar de Uyuni
in den Anden gibt es auf der chilenischen Seite einen Salzsee, der schon beeindruckend ist, aber der bolivianische ist tatsächlich der größte, weltweit mit einer Ausdehnung von 100 mal 180 km (12000 m²) auf einer Höhe von 3600 Metern.



Am Eingang zum Gran Salar de Uyuni gibt es ein kleines Dorf, Pulacayo, dessen Einwohner haben das Recht Salz abzubauen, zu verarbeiten und zu verkaufen. Die Verarbeitung ist relativ primitiv, Arbeiter, die wegen der Sonne mit Gesichtsmasken und riesigen Sonnenbrillen unterwegs sind, häufen das Salz mit Schaufeln zu bergen an, die dann von Lastwagen ins Dorf transportiert werden und dort mit diversen traditionellen Verfahren und der Beifügung von Jod zu feinem Speisesalz verarbeitet werden. Ein kleines 9jähriges Mädchen saß heute am Sonntag in einem Schuppen vor einem Bunsenbrenner und versiegelte die 500gr. Beutel. Ansonsten würde sie aber zur Schule gehen, meinte sie!

Dann ist man – wohin man auch schaut - von einer weißen Fläche umgeben, am Horizont erscheint ein einzigartiges Bergpanorama, darunter einige erloschene Vulkane.
Gustavo sagt die Berge bieten ihm die notwendige Orientierung, um sich in diesem weißen Nichts zurechtzufinden.
So landen wir nach ca. 70 km auf der „Isla Incahuasi“, es mutet tatsächlich wie eine Insel an, es ist eine der Bergspitzen im Gran Salar de Uyuni der vor 20000 Jahren eine riesige Lagune war.



Die Isla ist praktisch ein Wald mit riesigen alten Kakteen, einige sind über 1000 Jahre alt, dazu sollte man wissen, dass diese Kakteen im Jahr lediglich einen cm wachsen. dazwischen gibt es riesige versteinerte Korallen und Lavagestein. Seit fünf Jahren ist die Isla bewirtschaftet, es gibt eine kleine Gastronomie, Toiletten und einen Wanderweg über die Isla, der ob der Höhe eine echte Herausforderung für mich darstellte. Den Tipp von Gustavo beim gehen nicht zu reden, um Sauerstoff zu sparen, hab ich sofort angenommen.
Gustavo erzählte außerdem, dass ein Typ von einem der Dörfer am Rande des Gran Salar de Uyuni. Don Alfredo in den 90iger Jahren mit seinem Hund auf die Isla gezogen ist und dort ca 10 Jahre gelebt hat, weil er keine Lust auf Menschen hatte. Gustavo hat ihn 1998, als er mit dem Fahrrad den Gran Salar de Uyuni überquert hat kennen gelernt und drei Tage mit ihm verbracht. Der anbrechende Tourismus hat ihn schließlich vertrieben, jetzt betreibt er angeblich auf einer anderen Isla mit mit einer Therme eine Hosteria.



auf der Isla nahmen wir noch ein kleines landesübliches almuerzo (Mittagessen) ein.
es gab unter anderem eine Suppe mit Quinoa-Einlage. Quinoa ist ein altes Getreide, das insbesondere auf den Berghöhen rund um den Gran Salar de Uyuni kultiviert wird, ein genügsames Getreide, das in der trockenen Luft auf dem Lavaboden traditionell angebaut wird. Gustavo meint, Quinoa enthält alle wichtigen Nahrungsstoffe und Mineralien, die der Mensch braucht, um zu überleben.
Ein hoch interessantes Getreide finde ich, das ich unbedingt näher kennen lernen möchte.

Die Inkas wanderten wegen der Sonne nachts über den Gran Salar in zwei Etappen und pausierten am Tag auf der Isla Incahuasi, erzählt Gustavo. In den elf Jahren, die er in Bolivien lebt hat er nur einmal Regen auf dem Gran Salar de Uyuni erlebt, bis das Wasser verdunstete, stand der Salzsee unter wasser und machte die Überquerung unmöglich.

Das Ausmaß des Gran Salar de Uyuni mit den Bergen am Horizont, egal wie man steht und schaut, es ist immer weiß, kann zumindest ich nicht beschreiben, meine Eindrücke von diesem Tag und das Gefühl von diesem weiß umgeben zu sein, werde ich sicher nicht vergessen.
Wer den Gran Salar in Argentinien und den in der Wüste Atacama in Chile kennt, denkt vielleicht: ich weiß Bescheid. Ehrlich, der größte Salzsee der Welt ruft auch das größte Staunen hervor.
Wir erleben den sehr schnellen Sonnenuntergang auf dem Gran Salar de Uyuni und fahren an den Rand ins Hotel Palacio del Sal, das allererste Hotel aus Salz (mittlerweile gibt es 20 davon).

Die Wände, die Möbel alles ist aus Salz, die Schlafräume haben hohe Kuppeln aus Salzziegeln, und natürlich ist es gnadenlos weiß. Ok, die Kissen, Tischdecken und die Fliesen in den Bädern sind bunt. Heißes Wasser und Heizung werden übrigens mit Solarenergie erzeugt.
Wer immer sich dieses Ziel aussucht: den ganzen Tag auf dem Gran Salar de Uyuni verbringen, dann im Salzhotel zu essen und auch noch zu schlafen, das möchte ich gerne empfehlen.
keine Frage, dass Argentinien Anders dies gerne arrangiert.
… und noch was zum Staunen:
Zum Abendessen gab es die Spezialität des Hauses: Huhn in Salz – was sonst gekocht –
Der Koch kam mit einem riesigen Topf und schüttete das Huhn mit einem Berg von Salz auf ein Tablett.
Uns vielen fast die Augen aus dem Kopf, dann haben wir uns das köstliche Huhn schmecken lassen.

Während des Essens – es gab unter anderem süße Kartoffeln dazu - erzählte Gustavo von seinem Lieblingssport: Carrovelismo, landsailing. Er baut die Vehikel selbst und saust damit über den Gran Salar de Uyuni (um die 100 km/h sind da schon möglich). Ein Sport der sich zunehmender Beliebtheit erfreut und wohl schon bei den Römern bekannt war. In den Monaten August – Dezember ist der Wind kräftig genug für diesen Sport. Im argentinischen Comodoro Rivadavia gibt es schon einen Wettkampf für die Weltmeisterschaft und Gustavo träumt davon den ersten Grand Prix von Bolivien zu organisieren.

Es werden bereits 3-Tages-Touren carrovelismo – mit allen Sicherheitsmaßnahmen – angeboten. Wer sich dafür interessiert, meldet sich einfach bei Argentinien Anders.


4.Tag
auf dem Gran Salar de Uyuni ist es nie richtig dunkel, trotzdem war es meine „beste“ Nacht in der Höhe. Nach einem kleinen Frühstück verlassen wir den Gran Salar de Uyuni und brechen auf in Richtung Potosi. Wegen der Straßen, die in der Regel nicht geteert sind, rechnet man hier nicht in km, sondern in Stunden. Circa 5 Stunden lautet die Prognose von Gustavo. Die Landschaft bringt immer wieder erstaunliche sehr hohe Felsformationen in wechselnden Farben hervor, und auch wenn man sich an den Anblick schon gewöhnt hat, das stundenlange Fahren in dieser Landschaft hat etwas hypnotisches.



Potosi, das ist eine richtig große Stadt, mit 120 000 Einwohnern und außerdem die höchst gelegene Stadt der Welt auf 4000 Metern Höhe. Die Stadt selbst erstreckt sich über einen Bergrücken.
Ständig geht es auf engen Straßen rauf und runter. Eine Stadtbesichtigung zu Fuß in dieser Höhe ist nicht zu empfehlen. Im Zentrum gibt es die typische Plaza de las Armas, mit einer Statue von Simon Bolivar in der Mitte. Bänken, Bäumen und einer geometrischen Gestaltung. Die Architektur aus der Kolonialzeit ist noch gut erhalten und laut Gustavo nur noch in Sucre, der alten Hauptstadt Boliviens schöner zu sehen.
Potosi wurde bekannt durch seine Silberminen, die zum Teil auf 5000 Metern Höhe liegen, in denen heute noch Silber und Erze abgebaut werden. es gibt heute ca. 30 Kooperativen mit einigen tausend Bergarbeitern, die diesen harten Beruf höchstens 30 Jahre ausüben können.
Die Arbeiter bleiben 8 Stunden im Schacht, dürfen dort nicht essen und kauen Cocablätter, um den Hunger zu unterdrücken.
Wer einiges, zum Beispiel über den Kohlebergbau im Ruhrgebiet weiß, kann sich vorstellen, dass es auch hier einige besondere Bräuche und Rituale gibt.
Der Abbau findet weitgehend manuell statt, der Einsatz von Maschinen ist eine Seltenheit, nur wenige Schächte verfügen über Elektrizität.
Die wenigen reichen Familien, die den Silberbergbau in der Vergangenheit beherrschten, lebten bevorzugt im niedriger gelegenen Sucre, von wo aus sie ihre Minen verwalteten.
Heute ist der Silberbergbau in Potosi in Kooperativen organisiert. Es gibt eine „Besuchermine“, die mit einem guia besichtigt werden kann, natürlich mit Schutzkleidung und dem notwendigen Helm und Grubenlicht.


Absolut interessant, wer aber ein bisschen klaustrophobisch veranlagt ist, sollte lieber draußen bleiben und alternativ die Casa de la Moneda besuchen, wo der Silberschatz aufbewahrt wurde.

Übrigens: wer einkaufen möchte, dem seien die Geschäftsstraßen, die sehr konzentriert in der Innenstadt liegen, zu empfehlen. Die traditionellen, farbenreichen Teppiche Boliviens gibt es natürlich, alles Mögliche aus Lamawolle, Schals, Mützen, Gürtel und und und.
(BILD 195 potosi)

Am Abend verlassen wir Potosi mit einem Nachtbus in Richtung Argentinien. Wir sitzen im zweistöckigen Bus ganz vorne, das vermittelt so ein Gefühl von Reisen auf dem fliegenden Teppich. Der Bus braucht für noch nicht mal 400 km 10 Stunden (mit zwei Pinkelpausen und diversem Anhalten, um Steine wegzuräumen, oder um den Gegenverkehr passieren zu lassen, nachts ist hier mehr Verkehr als tagsüber) und fährt zum Teil im Schritttempo. Trotz einiger Schaukelei konnte ich immer mal wieder eine Stunde am Stück schlafen und wir stiegen überraschend frisch im Grenzort Villazon aus.
Von dort ging es mit dem nächsten Bus weiter nach Jujuy, um zu unserem Ausgangsort Lozano zu kommen.
Mittags war dann endlich Schluss mit dem Busfahren. Das Gefühl die anstrengende Höhe verlassen zu haben und die Aussicht auf eine Dusche erleichterte uns und ein hervorragendes Lomo-Sandwich, ein Stück sehr gutes Fleisch zwischen zwei lapprigen Broten, wurde unser frühes Mittagessen, bevor wir uns einen faulen Nachmittag und Abend gönnten.
Damit ist unsere Exkursion nach Bolivien beendet und wir reisen weiter nach Salta und von dort aus in den Nordwesten Argentiniens. Aber das ist eine andere Geschichte.

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